Neben der Rose gehört die Lilie seit Menschengedenken zu den Pflanzen,
die uns mit ihrer Blütenpracht und ihrem Duft fesseln. Königshäuser
führten sie in ihrem Wappen und bedächtige Bäuerinnen blühten
bei ihrer Pracht in den hochsommerlichen Gärten wieder auf.
Wichtig für ihr gutes Gedeihen über Jahre hinweg ist für
die meisten Lilien-Arten ein mäßig feuchter, humusreicher,
leicht saurer Boden. Es gibt einige Ausnahmen: Die Türkenbund-Lilien
und Madonnen-Lilien
wollen leicht kalkhaltigen Boden. In der Regel werden die Zwiebeln dreimal
so tief gepflanzt, wie sie hoch sind.
Lilien wollen einen sonnigen Standort, gedeihen aber noch gut im Halbschatten.
Im Gegensatz zu uns Menschen bevorzugen sie einen kühlen Fuß
und einen warmen Kopf, deshalb ist es sehr empfehlenswert, Lilien mit
niederen, Schatten spendenden Polsterstauden zu kombinieren.
Lilien
wollen mit reichlich Dünger versorgt sein. Frischer Mist
ist jedoch völlig ungeeignet! Er sollte mindestens zwei Jahre abgelagert
sein. Lilien können mehrere Jahre an ihrem Standort verbleiben. Erst
wenn die Blühwilligkeit nachlässt, sollten sie umgepflanzt
werden.
Wo Wühlmäuse ihr Unwesen treiben, empfehlen wir Ihnen, die
Zwiebeln in engmaschiges Drahtgeflecht einzuhüllen. Wenn Sie dann
noch auf die Lilienhähnchen, 5–8 mm große Käferchen,
Acht geben, sollte nichts mehr schief gehen. Am besten legen Sie in diesem
Fall ein Tuch unter die Pflanze und schütteln die Biester flugs in
ein Gefäß mit Wasser, dem Sie Spülmittel zugesetzt haben.
Anschließend streifen Sie die Eier, die sich auf der Blattunterseite
befallener Pflanzen befinden, sorgfältig ab.
Lilien
sind hervorragende Schnittblumen und eignen sich für die Treiberei.
Wir haben einige wunderschöne
Sorten, z. T. mit betörendem Duft, in unser Blumenzwiebel-Sortiment
aufgenommen. Zwiebeln versenden wir immer im Herbst. Zwischenzeitlich
bieten wir Ihnen einige Lilien, eingewurzelt in Töpfe, an.
Oft lassen sich die idealen Wachstumsbedingungen leichter in Töpfen
verwirklichen, zudem die vornehme Eleganz der Lilien in ausgesuchten Gefäßen
bestens zur Geltung kommt. Gertrude Jekyll schrieb in ihrem Buch „Pflanzenbilder
aus meinem Garten“ über die blühenden Topfpflanzen im
nördlichen Hof von Munstead Wood: „Sehr häufig wähle
ich nur Lilien aus und mehr kann man kaum begehren.“
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